Work and travel in Australien - Farmwork Cows

Bilanz Farmarbeit

Last Farmwork-days

Letzten Arbeitstage in New South Wales

Schnell aber auch ziemlich anstrengend sind die Tage auf der Farm vergangen. Mit dem Tagebuch schreiben hatte ich letztens nie Zeit, da ich nach der Arbeit immer gleich ins Bett gefallen bin und wenig Freizeit hatte. Die letzten Wochen waren schon gefühlte Monate. Ich habe die Tage und Stunden schon Rückwärts gezählt, bis ich mit der Farmarbeit fertig bin und nach Sydney reisen kann. Drei Wochen vor Abreise sind der Farmer und seine Frau für eine Woche in den Westen gereist und wir hatten die Zügel allein in der Hand. Über den Zeitraum hat uns ihr Sohn geholfen und eine Studienpause eingelegt. Die letzten beiden Wochen war dann Clem, die französische Backpackerin im Urlaub. Für mich hieß es dann einfach nur viel arbeiten, essen, noch mehr arbeiten und schlafen. Mein letzter freier Tag lag schon einen Monat zurück und die täglichen Arbeitszeiten von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends waren schon oft nervig. Wir hatten eine neue Herde von jungen Kühen bekommen, was noch mehr Zeit beanspruchte. Von den jungen Kühen schlug auch wieder etwa jede vierte bis fünfte Kuh aus. Aber Stunden bringen Geld und erleichtert mir die nächste Reisezeit.

In meiner vorletzten Woche besuchten mich Mandy und Lydia, die beiden deutschen Schwestern, mit denen ich im Hostel in Perth wohnte und die Tage oft gemeinsam verbrachte. Sie sind gerade die Ostküste entlang gereist und waren zufällig in der Nähe. Sie waren schon mehr als hundert Kilometer entfernt, aber das ist in Australien verhältnismäßig ja nur ein Katzensprung. Wir haben uns nach Feierabend in meiner Ortschaft Gloucester im Pup getroffen. Es war das erste mal seit 3 ½ Monaten, dass ich wieder richtig deutsch gesprochen habe. Es war ein super toller Abend! Sie haben mir von ihren Erlebnissen der letzten Monate berichtet und wie es bei ihnen jetzt weitergeht. Ich habe mich riesig über ihren Besuch gefreut und war schön endlich wieder bekannte Gesichter zu sehen. Sie sind am nächsten Morgen weiter nach Sydney gefahren und reisten nach 5 Tagen weiter nach Neuseeland.

Als dann mein letzter Arbeitstag begonnen hatte, musste ich meine gute Laune schon etwas unterdrücken. Alles was mich die Tage und Wochen vorher schon nervte, nahm ich an diesem Tag gelassener. Da zum Beispiel mein Quat nie richtig funktionierte und nach mehrmaligen Aufforderungen nie repariert wurde, dachte ich mir, jetzt ist es ihr Problem. An diesem Tag war es mir egal, jetzt habe ich es ja geschafft. Abends ist dann Clem von ihrem Urlaub zurückgekommen. Ich bin abends mit ihr, den beiden Melkerinnen Bernie und Alexandria und der jungen Farmtochter ins Pup zum Abschiedsessen gegangen. Die Französin will noch bis kurz vor Weihnachten auf der Farm arbeiten und reist dann zurück in ihre Heimat.

Am nächsten Morgen packte ich dann meine Sachen und fuhr ins Dorf um Abschiedsgeschenke für den Farmer, seine Frau, der Tochter und Clem zu kaufen. Ich hatte ihnen noch einen kleinen Abschiedsbrief geschrieben und unter dem Süßigkeiten und Wein versteckt. Vielleicht freuen sie sich ja darüber. Als mich die Farmerin zum Bahnhof brachte, hatte sich der Farmer aber nicht einmal von mir verabschiedet. Naja, er hatte ja auch schon etwa einen Monat nicht mit mir geredet, bzw. nur gebrüllt. Ich hoffe, dass er sich nach dem Abschiedsgeschenk und Brief zumindest ein paar Gedanken macht, ob er mit seinem Verhalten auf Dauer weiterkommt. Seine Frau war das komplette Gegenteil und machte mir das Leben dort etwas einfacher. Am Abreisetag hatte sie mir noch mein Lieblingsgericht gemacht und mir das Rezept mitgegeben.

Jetzt ging die Reise weiter. Nach 3 ½ Monaten war es schon wieder ein komisches Gefühl einen Ort zu verlassen. Nach 5 Stunden fahrt mit dem Countryzug bin ich dann am Bahnhof in Sydney angekommen. Etwa 500 Meter davon entfernt buchte ich mir ein Hostel für die ersten beiden Wochen. Von nun an heißt es wieder goodby country and welcome city life.

Bilanz der Farmarbeit: Stundenmäßig habe ich in 3,5 Monaten soviel gearbeitet, als würde ich mehr als ein halbes Jahr in Deutschland arbeiten. Der Lohn ist hier in Australien aber bei weitem besser. Für mich war es eine neue Erfahrung auf einer so großen Farm zu arbeiten und täglich nicht mehr als 10 gleiche Gesichter zu sehen und durchgängig nur englisch zu sprechen. Mein Englisch konnte ich dadurch auch verbessern. Ein Hostelbewohner aus London meinte gestern nach einem Gespräch ich sei aus Irland. Ich nahm das mal als Kompliment auf. Vielleicht meinte er aber auch ich sei ein Irrer!? 🙂

3 Gedanken zu „Bilanz Farmarbeit“

  1. Hallo Andi,

    das liest sich ja super, Deine „Bilanz Farmarbeiter“ … echt schöne Fotos hast Du in der „Kopfzeile“ … wie gefällt Dir denn Sydney? Du triffst Dich ja mit Janina, leider habe ich noch keine Details, aber ich denke sie möchte sich am Donnerstag auf den Weg machen. Leider klappt es mit dem Skypen nicht so recht (schon allein wegen dem Zeitunterschied!).
    Freut mich wirklich sehr, dass Ihr Euch treffen werdet, wünsche Euch beiden viel Spaß, paßt auf Euch auf!
    Glg Angelika

  2. Hallo Angelika,
    danke Sydney ist super! Hab die Woche am Bondi Beach verbracht. Janina landet am Donnerstag abend in Sydney. Haben gestern beide das Hostel fuer die naechsten Tage gebucht. Freu mich schon riesig!!! Wird bestimmt ein lustiger chaotischer Ostkuestentrip!!! 🙂 Mit dem Skypen hab’s ich auch schon aufgegeben. 🙂 Wir halten dich auf dem Laufenden!! 🙂
    Vlg aus Sydney, Andy

  3. Hey Andy

    das klingt echt geil!!!
    Ich suche mit einem Kumpel ab Januar auch einen Job auf einer Farm wie du sie beschrieben hast! Ich denke dass das Abenteuer und Job in einem ist und würde es ziemlich auf so einer großen Farm zu Arbeiten!!

    Vielleicht könntest du mir ja mal den Kontakt vin den geben das ich da mal anfragen kann ob die ab Januar 2 starke Männer benötigen 😉

    Danke dir und halte uns auf dem laufenden

    Beste Grüße

    Ben

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