Work and travel in Australien - Perth

Sicheres Auftreten mit völliger Ahnungslosigkeit

Work and Travel - Perth City

Kellnern, Putzen und Relaxen

Am Tag nach dem Probearbeiten im Pup war der St. Patricks Day. Es war der letzte Tag von Sabrina und Jonathan in Australien. Sie besuchten mich in meinem Hostel und schenkten mir alle Sachen, die sie nicht mit nach Hause nehmen wollten und ich gut brauchen kann. Sie überreichten mir ein sehr gutes Küchenmesser, Schneidebrett, Teller, Besteck, Lebensmittel und ein Zelt, falls ich kein Dach übern Kopf habe und darin schlafen kann. Wir sind dann gemeinsam nochmal in den Park gegangen und haben für ihren letzten Abend noch etwas ausgemacht.

Als ich nachmittags wieder im Hostel war und mir Essen kochte, klingelte mein Handy. Es war der Pupmanager, bei dem ich Probegearbeitet habe und fragte mich, ob ich Freitags und Samstags immer ab 5 Uhr arbeiten kann. Und ach ja, du hast den Job! Yeah! Wenn sie mich während der Woche brauchen, kann ich auch einspringen. Allein von dem Wochenendjob kann ich ab jetzt meine Unterkunft und Verpflegung bezahlen. Erste Hürde ist geschafft!

Am Abend traf ich mich mit Sabrina und Jonathan in einer Pizzeria und feierten ihren letzten Abend in Australien. Um 3 Uhr früh müssen sie zum Flughafen aufbrechen. Wir haben alles nochmal Revue passieren lassen und einen schönen chaotischen letzten Abend verbracht. Die Rechnung war am Ende extrem hoch, wofür in Deutschland zwei Familien essen gehen könnten. Ich musste sie aber nicht bezahlen – danke euch beiden! 🙂 Ich war froh, dass sie mir die ersten drei Wochen in Australien einiges zeigten und die letzten Wochen immer wieder zur Seite standen. Der Abschied fiel uns schwer, freuten uns aber auf eine spannende Zeit die mich in Australien und sie in Deutschland erwarten. Da ich mich die Tage in der Stadt schon recht gut eingelebt habe, hatten auch sie keine Zweifel, dass was schief gehen würde. 🙂

Die darauffolgenden Tage hatte ich mir wieder etwas mehr Entspannung nach den Jobsuchen gegönnt. Ich fuhr mit einer Französin nach Cotesloe an den Strand und haben im Meer ein bisschen geschwommen. Hab mir die Stadt Perth noch etwas genauer angesehen und mich mit Leuten des vorherigen Hostels getroffen. Eines Nachmittags kam wieder ein Anruf eines Restaurantmanagers des Stadtzentrums. Er lud mich zu einem Vorstellungsgespräch ein und schickte mir anschließend die Kontaktdaten. Es war ein Nobelrestaurant mitten in einer Businessstraße in Perth City. Ich hatte mich dort am ersten Tag meiner Ankunft als Küchenhilfe beworben. Da ich für ein exklusiveres Restaurant keine schwarze Kleidung dabei hatte, kaufte ich mir noch eine schwarze Hose und schwarze Schuhe.

Als ich mich mit dem Manager traf, erklärte er mir, dass sie einen Kellner für ihren Dinnerroom suchen. Er meinte, das ich das auch lernen kann und sie mir alles beibringen können. Er gab mir die Speisekarte und den Serviceplan zum Lernen, wie ich die Gäste nach ihrem Ablauf bedienen muss. Ich sollte den Gästen das Menü mit Beilagen und Herkunftsland erklären können und wie sämtliche spezielle Getränke zubereitet werden. Oh je, dass kann ja mit meinem grandiosen Englisch was werden. Ich versicherte ihm nochmal, dass ich erst seit einem Monat in Australien bin, anfangs etwas Einarbeitungszeit benötige und am Wochenende meine Job nicht so schnell aufgeben werde. Ich glaube, das hat er alles ignoriert. Allerdings stehen 3 Bewerber zur Auswahl und ich muss mich unter denen Beweisen. Am Ende gab er mir noch den Termin zum Probearbeiten, sagte ich brauche eine neue Anzughose und bei Festanstellung Lackschuhe. Also kaufte ich mir nochmal eine neue schwarze Hose, die ich an hatte gefiel ihm wohl nicht.

Als sich schließlich das Wochenende näherte, begann ich meinen ersten offiziellen Arbeitstag in dem Pup von letzter Woche. Alles lief reibungslos ab und die Belegschaft und Gäste waren alle recht gut drauf. Unter den Gästen befinden sich hauptsächlich Einwohner von Perth oder die hier schon länger wohnen. Je später der Abend wurde, umso anhänglicher und amüsanter wurden die Gäste. Mehr Details gibt’s lieber nicht. 🙂 Morgens nach den Pup-Arbeiten stand ich immer früh auf und putzte 2 Stunden das Hostel, in dem ich wohne und bekam dafür jeweils einen Tag Unterkunft umsonst. Ich musste zusammen mit einer deutschen Mitbewohnerin die Bäder, Klos, Küche, Wohnzimmer, Flur und Terrasse putzen und die Bettwäsche reinigen. Was macht man nicht alles für´s Geld.. 🙂 Manchmal wundere ich mich selber, was ich hier mache, hätte ich in Deutschland nie versucht oder mit Selbstverständlichkeit gemacht. Ich versuche so weit wie möglich meine Ausgaben gering zu halten und mein Gehalt für´s Reisen zu sparen.

Am Dienstag hatte ich Abends dann mein Probearbeiten in dem Nobelrestaurant. Ich bekam ein weißes Hemd, Krawatte und Weste zum Anziehen. Anfangs wurden mir die Tisch- und Sitzordnung, Gläser, Besteck und Serviceablauf erklärt. Der Manager zeigte mir dann den Menüplan, den ich mir merken musste. Das Menü des Abends mit Beilagen, verschiedene Zubereitungsarten des Fleisches, Soßen und Dessertvariationen. Das alles musste ich mir merken, den Gästen anbieten und erklären. ..und das alles auf Englisch. Einige Wörter hörte ich zum ersten mal und versuchte sie gedanklich richtig auszusprechen. Mein Plan des Tages war: Sicheres Auftreten mit völliger Ahnungslosigkeit. 🙂

Leider war jedoch an diesem Abend im Restaurantbereich nicht viel los und ich hatte nur zwei Gäste bedienen können. Ich sagte ihm, dass er mich nicht richtig Beurteilen kann, wenn ich nur zwei Gäste bedient habe und auch gerne nochmal komme, wenn mehr Gäste hier sind. Er meinte, er sieht sich die anderen beiden Probearbeiter noch an und meldet sich nächste Woche bei mir. Als Zweitjob wäre dies sicher recht interessant und anspruchsvoll, denk aber die Karten stehen schlecht. Mal abwarten. Zumindest hab ich ein paar neue Sachen gelernt, die ich demnächst im anderen Job einsetzen kann.

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