Ready for second year

Auf ins nächste Australienjahr

Wie die Zeit vergeht. Lang habe ich nichts mehr geschrieben und ratzfatz sind 4 Monate vergangen. Mittlerweile bin ich in Melbourne, bzw. noch. Was ich die letzten Monate alles gemacht habe, versuche ich soweit wie möglich zusammenzufassen.. 🙂

Sydney

Nach der turbulenten Mitfahrgelegenheit bin ich zusammen mit Issam in Sydney nachts angekommen. Wir sind in ein Hostel nähe Kings Cross eingecheckt. Das Hostel war ziemlich runtergekommen und dreckig. Zum Glück mussten wir am nächsten Tag wieder auschecken, weil über die Andreas BiermeierWoche alles ausgebucht war. Also zogen wir weiter nach Kings Cross und suchten ein neues Hostel für eine Woche. Kings Cross ist ein nachtaktives Viertel in Sydney. Party, Drogen, Prostitution, Clubs und Bars, ja das ist Kings Cross. Das Viertel hat sich bestimmt über die letzten Jahre ein kleines bisschen verbessert. Wir haben das Kings Cross Hotel, einem Club mit 8 verschiedenen Etagen mit verschiedener Musik und einen R´n B Club besucht. In Sydney habe ich mich auch wieder mit Janina getroffen, die schon ein paar Tage zuvor nach unserer gemeinsamen Ostküstenreise dort angekommen ist. Wir waren Pizza essen und auf einer Poolparty mitten in der Stadt auf dem obersten Stockwerk eines Hochhauses feiern. Auch Luca, einem italienischen Freund mit dem ich 4 Monate im gleichen Hostel in Perth wohnte, habe ich zusammen mit Issam in Sydney besucht. Er hat uns zum Italian-Pasta essen in seiner WG eingeladen. Wir sprachen über die schnell vergangene Zeit und freuten uns, auf dass was noch kommen wird. Mein Visa lief ja am 5. Februar ab, was heißt, dass ich das Land zu diesem Datum verlassen sollte. Durch meine Farmarbeit konnte ich das Visa aber auch um ein weiteres Jahr verlängern, falls ich den Antrag rechtzeitig stelle und ein paar Hundert Dollar auf das Regierungskonto überweise. 3 Wochen hatte ich noch Zeit mich zu entscheiden. Ich dachte mir, sollte ich einen Job innerhalb der nächsten Tage in Sydney finden, verlängere ich mein Visa. Ansonsten würde ich noch eine Woche in Sydney bleiben, mir zwei Wochen Melbourne ansehen, einen Thailandbesuch machen und zurück nach Deutschland fliegen.

Issam hatte ebenfalls nur noch zwei, drei Wochen Aufenthaltsgenehmigung und reiste nach ein paar Tagen nach Melbourne. Nachdem Issam weitergereist ist, begann für mich in Sydney die Jobsuche. Auch von Janina musste ich mich verabschieden, da sie weiter nach Bali und Neuseeland reiste. Ich zog in ein anderes günstigeres Hostel etwas außerhalb der Partygegend. Die Gegend war etwa 1 ½ Kilometer vom Zentrum entfernt. Den 1. Tag schlief ich erst mal aus, den 2. und 3. Tag verteilte ich ein paar Bewerbungen in der Stadt und bin anschließend zum Strand gefahren. Der 4. Tag war auch recht sonnig und heiß, weswegen ich nochmal an den Strand gefahren bin. Da in dem Hostel auch etwa jede Nacht der Feueralarm (Fehlalarm) los ging, wir um 3 Uhr früh raus mussten und immer die Feuerwehr anrückte, war ich immer übermüdet und hatte keine Lust auf Jobsuche. Am 5. Tag habe ich mich an den PC gesetzt und ein paar online Bewerbungen in Sydney und Melbourne versendet. Am Wochenende war´s wieder recht sonnig, weshalb ich auch nicht mehr Jobsuchen wollte und einfach eine Busreise nach Melbourne buchte. Kurz vor Abreise nach Melbourne bekam ich einen Anruf für ein Jobangebot. Ich sagte der Dame am Telefon, dass ich keine Interesse habe, da ich von Sydney abreise und für ein paar Tage nach Melbourne geh. Sie meinte das passt ja, sie ist in Melbourne und lud mich zum nächsten morgen zum Vorstellungsgespräch ein. Wunderbar! Für was ich mich beworben hatte, wusste ich nicht mehr.

Melbourne

costco
Costco

Nach einer schlaflosen 12 Stunden Busreise und 6 Folgen der Serie „Breaking Bad“ bin ich um 8 Uhr morgens in Melbourne angekommen. Da zu der Zeit die Tennis-Open waren, bin ich in ein überfülltes Hostel etwas außerhalb des Zentrums eingezogen. 4 Stunden nach meiner Ankunft in Melbourne hatte ich auch schon das Vorstellungsgespräch. Es war in einem großen Einkaufszentrum eines amerikanischen Unternehmens bei einer Marketingfirma. Nach etwa einer halben Stunde Gespräch mit der Chefin meine sie, ich soll mir einen Augenblick das Einkaufszentrum ansehen und einen Rundgang machen. Als ich zurückkam, legte sie mir den Vertrag vor und gratulierte mir zum neuen Job als Produktpromoter – Teilzeit, 2-3 Tage die Woche. Als ich zurück im Hostel war, hatte ich nochmal alles durchgerechnet und geplant noch einen 2. Job zu suchen. Ein paar Tage, nach Jobbeginn entschied ich mich zu bleiben, da mir der Teilzeitjob recht gefiel und gut bezahlt wird. Also stellte ich den 2. Visaantrag und überwies ein paar Dollar.

Mein Hostel musste ich wegen den Tennis-Open verlassen, da alles ausgebucht war. Das nächste Hostel hatte ich nach ein paar Tagen verlassen, da mich Ungeziefer an Bauch und Beinen gestochen hatten und im 8-Bettzimmer Bedbugs waren. Marcel, ein deutscher Kumpel, mit dem ich auch in Perth ein paar Monate im selben Hostel wohnte, gab mir einen guten Hosteltip in dem er sich auch gerade befindet. Also zog ich dort hin – mitten ins Stadtzentrum in ein 4-Bettzimmer. Mittlerweile kam auch der Italiener Luca nach Melbourne und zog für seine letzten zwei melbourne_partysankt kilda festivalAustralienwochen ins gleiche Hostel. Eigentlich wollte ich mir ja noch einen 2. Job suchen, hatte aber nicht so recht Zeit. Teilzeitjob, Strand und ein bisschen Feiern war gerade angesagt. St. Kilda Festival, Besuchertag auf dem Formel 1 Gelände, Victoria night market, White Night und so weiter. Bewerbungen verteilte ich nur an die umliegenden Geschäfte des Hostels. Eine Pommesbude, ein Schreibwarengeschäft, ein Klamottenladen, ein spanischer Churroladen und eine Bäckerei – diese Geschäfte liegen am nächsten zum Hostel und denen gab ich einfach meine Nummer, plus online-Bewerbungen. An dem White Night Wochenende in Melbourne wurde ich als Barkeeper auf einer Privatveranstaltung engagiert. Kohle war super, jedoch nur eine einmalige Party. Ein paar Tage später bekam ich auch schon einen Anruf und ein Vorstellungsgespräch zu einer Sportmarketingfirma. Als ich zu dem Vorstellungsgespräch ging, versprachen die mir tolle Arbeitsbedingungen, dass ich bei Sportevents arbeiten kann, Promotion in verschiedenen Sportshops machen kann und regelmäßig Workshops angeboten werden. Einige Bewerber warteten auch im Aufenthaltsraum und hofften auf einen Job. Nach dem Vorstellungsgespräch bekam ich nach ein paar Stunden einen Anruf und eine Einladung zur nächsten Runde. Da ich wegen meines Teilzeitjobs keine Zeit hatte verschob ich das Vorstellungsgespräch zweimal und der Jobanbieter war schon recht genervt. Wir vereinbarten einen neuen Termin an einem Dienstag Vormittag. Einen Tag davor bekam ich noch einen Anruf eines Türken, der mich zu seinem spanischen Doughnutladen im Stadtzentrum eingeladen hatte. Das Vorstellungsgespräch sollte auch am Dienstag stattfinden. Ich verschob es auf nachmittags.

Als ich am Dienstag früh zu der Sportmarketingfirma fuhr, musste ich im Vorzimmer warten. Da ich keine Ahnung von der Firma hatte, holte ich mein Handy raus und googelte den Namen der Firma. Ich fand ein paar Bewertungen und Kommentare von ehemaligen Mitarbeitern und Bewerbern. Beim durchlesen stellte ich fest, es handelt sich um eine Art „Fundraising-firma“, d.h. Leute auf der Straße ansprechen, um monatliche Spenden und deren Kreditkartennummer bitten. Nein, das ist nichts für mich und das erwähnten sie auch nicht. Dann kam ein Mitarbeiter auf mich zu, legte mir einen Vertrag vor und wollte mit mir gleich zu einem Tagestraining in einem Shop fahren. Ich sagte, ich sei nur zu einem Vorstellungsgespräch hier, habe nur eine Stunde Zeit und außerdem habe ich da gerade was im Internet über sie gelesen. Das passte ihm nicht ins Konzept und holte seinen Chef. Nach zwei Sätzen mit dem Chef, verließ ich die Firma schleunigst. Nix wie weg hier. Ich setzte dann mehr Hoffnung in das nächste Vorstellungsgespräch am Nachmittag.

Direkt gegenüber meines Hostels befand sich auch schon der Shop, welcher mich zum Gespräch einlud – Spanish Doughnuts. Als ich dort ankam, meinte die Managerin sie hatten mit dem Firmeninhaber schon am Vormittag alle Vorstellungsgespräche und der Boss hatte mich nicht erwähnt. Mist. Also hatte ich einfach das Vorstellungsgespräch mit der Shopmanagerin. Sie fragte, was ich bisher alles gemacht habe und wie lange ich bleiben wolle. Sie erklärte mir die Tätigkeiten und wieviel ich die Stunde verdienen würde. Als Barista habe ich noch nie gearbeitet, also keinen Café gemacht. Keine Ahnung wie man die verschiedenen beliebten Cafés in Australien macht und von Churros hab ich noch nie was gehört. Churros – das verkaufen sie dort. Naja, der Stundenlohn wär jetzt auch nicht der Wahnsinn, was ich ihr mitteilte. Nach dem Gespräch dachte ich mir, wie dumm von mir, meine Karten stehen schlecht. Keine Ahnung von den Cafés, der Stundenlohn gefällt mir nicht, 2-3 Tage die Woche arbeite ich tagsüber woanders und zu den normalen Vorstellungsgesprächen mit dem Chef war ich auch nicht dort. Wieso sollten sie mich also nehmen.

Abends jedoch kam dann ein Anruf der netten Koreanerin und teilte mir den Arbeitsplan der Woche mit. Es sei eine bezahlte Trainingswoche. Super, wieso auch immer, ich bekam den Job. Sie meinte, sie sprach mit ihrem Boss und konnten sich unter den Bewerbern am Vormittag nicht wirklich entscheiden. Sie sagte, dass sie mit deutsche Mitarbeiter immer zufrieden war.

Jetzt ging´s also wieder los. Vollzeit arbeiten. 2-3 Tage tagsüber als Promoter, eine Stunde später bis Mitternachts im Doughnut-Shop und die restlichen 3-4 Tage ebenso im Shop. Jetzt war ich bis auf Montags immer bis nachts arbeiten. Meine Freunde aus Perth sind mittlerweile auch abgereist. Aufs Hostelleben hatte ich auch keine Lust mehr, da ich immer bis Mitternacht arbeite und nachts im Zimmer nicht wirklich gut schlafen kann. Das Zimmer muss man sich ja immer mit ein paar Schnachern teilen. Ich beschloss mir eine Wohnung zu suchen. Nach der ersten Besichtigung bekam ich auch eine Zusage und konnte in eine WG mit zwei Italienern ziehen. Endlich, mein erstes eigenes Zimmer nach Monaten. Luxus, den man als Reisender viel mehr Wert schätzt als ein „Normalo“.

Die Jobs laufen beide sehr gut. Der Promotion Job macht mir viel Spaß. Die Arbeitskollegen kommen aus verschiedenen Ländern, aber kein Deutscher. Super! Die meisten sind mit einem Langzeitvisum hier. Der Großhandelsshop Costco ist eine amerikanische Kette. Produkte für den Einzelhandel und Großeinkäufern und Familien werden dort verkauft. Einkaufen kann man nur mit einer Mitgliedskarte. Pro Arbeitstag muss ich die Verkaufszahlen eines bestimmten Produktes in die Höhe treiben. Es läuft immer besser, so dass die Produkte des öfteren ausverkauft waren, ich früher gehen konnte und trotzdem für den ganzen Tag bezahlt wurde.

spanish doughnuts
Spanish Doughnuts

Auch der Spanish Doughnut Laden ist ganz ok. Ich muss nur ein paar Meter zur Arbeit laufen und die Verpflegung ist auch ganz gut. Schokolade zum Überfluss. Meinen Schokoladenverzehr hatte ich die letzten Monate schon sehr gesenkt, was ich jetzt wieder alles nachholte. Meine Aufgaben sind unterschiedlich, je nach Arbeitszeit. Churroproduktion, verschiedene Cafés machen, verkaufen, Lagerwaren und alltägliche Sachen. Im Shop arbeiten wir meistens nachmittags zu zweit. Abends bin ich jetzt oft alleine, mach die Abrechnungen und schließe den Shop vor Mitternacht. Da der Shop im Zentrum und Bahnhofsnähe ist, trifft man auf die verschiedensten Gestalten. Von reich bis arm, normal und verrückt, obdachlos und abgebrannt, kriminell und komisch. Das gute für mich ist, der Job ist ja nicht von langer Dauer, aber eine Erfahrung ist´s allemal wert!

Hier findest du mein best of handy Videoclip aus über einem Jahr work and travel in Australien: www.workandtravel-in-australia.com/bilder/videogalerie/

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